Monatliches passives Einkommen mit Cashflow-ETFs

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Regelmässige Einnahmen ohne laufenden Arbeitsaufwand sind für viele Anleger attraktiv. Cashflow-ETFs zielen genau darauf ab und stehen besonders bei Investoren mit Fokus auf planbare Ausschüttungen im Vordergrund.

Grundlagen und weitere Strategien zum Thema passives Einkommen haben wir im Beitrag Passives Einkommen aufbauen ausführlich beschrieben.

Was sind Cashflow-ETFs?

Ein ETF (Exchange Traded Fund) ist ein börsengehandelter Fonds, der viele Aktien oder andere Wertpapiere bündelt.Du investierst also nicht in eine einzelne Firma, sondern in einen ganzen Korb von Anlagen.

Cashflow-ETFs sind speziell darauf ausgelegt, regelmässige Ausschüttungen zu generieren, oft monatlich. Der Fokus liegt weniger auf starkem Kurswachstum, sondern auf laufendem Einkommen.

Wie entsteht dieser Cashflow?

Viele Cashflow-ETFs nutzen eine sogenannte Covered-Call-Strategie:
▪️Der ETF hält Aktien (z. B. aus dem Nasdaq 100 oder S&P 500)
▪️Zusätzlich verkauft er Call-Optionen auf diese Aktien
▪️Für diese Optionen erhält der ETF Prämien
▪️Diese Prämien werden regelmässig an die Anleger ausgeschüttet

Wichtig:
Der Cashflow kommt nicht nur aus Dividenden, sondern hauptsächlich aus Optionsprämien.

Exkurs Optionen:
Optionen wirken auf den ersten Blick kompliziert, lassen sich aber mit einem einfachen Bild gut verstehen.

Eine Option ist ein Vertrag. Dieser Vertrag gibt einer Person das Recht, eine Aktie zu einem im Voraus festgelegten Preis innerhalb eines bestimmten Zeitraums zu kaufen oder zu verkaufen. Für dieses Recht bezahlt der Käufer eine Gebühr. Diese Gebühr nennt man Optionsprämie.

Eine Call Option ist das Recht, eine Aktie zu kaufen.
Der Käufer hofft auf steigende Kurse.Der Verkäufer erhält dafür sofort Geld.

Beispiel 1: QYLD

QYLD (Global X NASDAQ 100 Covered Call) ist ein Cashflow ETF, der eine sogenannte Covered Call Strategie auf den Nasdaq 100 Index anwendet. Der Fonds hält Aktien aus dem Nasdaq 100 und verkauft darauf regelmässig Call Optionen, um laufende Einnahmen in Form von Optionsprämien zu erzielen.

Das Hauptziel von QYLD ist es, möglichst hohen monatlichen Cashflow zu generieren. Dafür verzichtet der ETF bewusst auf einen grossen Teil des möglichen Kurswachstums.

Wie funktioniert QYLD?

▪️Der ETF hält Nasdaq-100-Aktien
▪️Jeden Monat werden Call-Optionen verkauft
▪️Die Optionsprämien werden monatlich ausgeschüttet

Beispielrechnung

▪️Investment: 10’000 CHF
▪️Ausschüttung: ca. 8–12 % pro Jahr (schwankend)
▪️Monatlicher Cashflow: ca. 80–100 CHF

Vorteile

✅ Monatliche Ausschüttung
✅ Sehr planbarer Cashflow
✅ Einfach verständliche Strategie

Nachteile

❌ Stark begrenztes Kurswachstum
❌ In starken Börsenphasen hinkt der ETF dem Markt hinterher
❌ Steuerlich in der Schweiz eher ungünstig (voll einkommenssteuerpflichtig)

Beispiel 2: JEPQ

JEPQ (JPMorgan Nasdaq Equity Premium Income) ist ein aktiv verwalteter Cashflow ETF von JPMorgan. Der Fonds konzentriert sich auf Unternehmen aus dem Nasdaq 100, also vor allem auf grosse, technologieorientierte US Konzerne. Ziel von JEPQ ist es, durch eine Kombination aus Aktieninvestments und Optionsstrategien regelmässige monatliche Ausschüttungen zu erzielen.

Wie funktioniert JEPQ?

▪️Aktienauswahl aus dem Nasdaq-Umfeld
▪️Verkauf von Optionen nicht auf den ganzen Index, sondern selektiv
▪️Ziel: stabilerer Cashflow und etwas mehr Kursstabilität als QYLD

Ausschüttung

▪️Monatliche Auszahlung
▪️Typisch: 7–9 % pro Jahr (nicht garantiert)

Vorteile

✅ Monatlicher Cashflow
✅ Etwas defensiver als QYLD
✅ Professionelles aktives Management

Nachteile

❌ Ebenfalls begrenztes Kurspotenzial
❌ Laufende Ausschüttungen voll steuerpflichtig
❌ Abhängig von Optionsmarkt-Erträgen

Beispiel 3: JEPG

JEPG (JPMorgan Equity Premium Income) hält ein breit diversifiziertes Portfolio aus grossen Aktien aus verschiedenen Regionen weltweit. Der Fonds ist global ausgerichtet und nicht auf den US Markt beschränkt. Zusätzlich werden selektiv Call Optionen verkauft, jedoch nicht auf den gesamten Index. Die Optionsprämien werden regelmässig vereinnahmt und monatlich ausgeschüttet Der Optionsanteil wird defensiv eingesetzt, um die Schwankungen zu reduzieren.

Beispielrechnung

▪️Investment: 10’000 CHF
▪️Ausschüttung: ca. 6–8 % pro Jahr (schwankend)
▪️Monatlicher Cashflow: ca. 50–65 CHF

Vorteile

✅ Monatliche Ausschüttung
✅ Breite Streuung über den US Aktienmarkt
✅ Defensivere Strategie als reine Nasdaq Covered Call ETFs
✅ Geringere Volatilität im Vergleich zu QYLD

Nachteile

❌ Begrenztes Kurspotenzial in starken Börsenphasen
❌ Ausschüttungen sind einkommenssteuerpflichtig
❌ Komplexere Struktur als bei einfachen Index ETFs

Wo kann man Cashflow-ETFs kaufen?

Cashflow-ETFs lassen sich wie klassische Aktien oder Index-ETFs über die Börse kaufen. Voraussetzung ist ein Wertschriftendepot bei einem Online-Broker, der den Handel mit US- oder europäischen ETFs ermöglicht. Der Kauf erfolgt dabei unkompliziert über das jeweilige Börsensymbol des ETFs.

Diese ETFs sind bei gängigen Brokern verfügbar, zum Beispiel:
▪️DEGIRO
▪️Interactive Brokers
▪️Swissquote

Kauf erfolgt ganz normal über den Ticker (z. B. QYLD, JEPQ, JEPG).

Steuern bei Cashflow-ETFs in der Schweiz

Bei Cashflow-ETFs spielt die steuerliche Behandlung eine zentrale Rolle, da die regelmässigen Ausschüttungen direkt als Einkommen gelten und entsprechend versteuert werden müssen. Gerade in der Schweiz unterscheidet sich die steuerliche Wirkung deutlich von wachstumsorientierten ETFs.

▪️Ausschüttungen gelten als Einkommen
▪️Sie werden mit deinem persönlichen Grenzsteuersatz besteuert
▪️US-Quellensteuer (15 %) kann angerechnet*, aber nicht zurückerstattet werden

* Du bekommst die Quellensteuer nicht als Geld zurück, zahlst aber in der Schweiz entsprechend weniger Steuern auf diese Ausschüttung.

=> Cashflow-ETFs sind steuerlich weniger effizient als Wachstums-ETFs, dafür liefern sie planbares monatliches Einkommen.

Direkter Vergleich

Die Unterschiede liegen weniger in der Ausschüttungsfrequenz, sondern vor allem darin, wie aggressiv die Optionsstrategie eingesetzt wird und wie stark das Kurswachstum zugunsten des laufenden Cashflows eingeschränkt ist.

ETFAuszahlungRendite (typisch)FokusKurswachstum
QYLD IE00BM8R0J59monatlich8–12 %Max. Cashflowsehr niedrig
JEPQ
IE000U9J8HX9
monatlich7–9 %Stabilerer Cashflowniedrig
JEPG
IE0003UVYC20
monatlich6–8 %Defensiver Incomeniedrig

Vergleich zwischen den Cashflow ETFs QYLD, JEPQ und JEPG

QYLD maximiert den laufenden Ertrag, verzichtet dafür fast vollständig auf Kursgewinne. JEPQ versucht einen Mittelweg zwischen Cashflow und Stabilität. JEPG ist defensiver ausgerichtet und setzt stärker auf Kapitalerhalt als auf maximale Ausschüttung.

Verfügbarkeit für europäische Anleger

Viele bekannte Cashflow-ETFs stammen ursprünglich aus den USA. Für europäische und Schweizer Privatanleger ist jedoch entscheidend, ob ein ETF UCITS-konform ist. Nur solche Fonds dürfen in Europa regulär an Privatanleger verkauft werden.

Die bekannten US-Originale wie QYLD oder JEPQ sind in ihrer US-Version häufig nicht direkt handelbar. In der Praxis existieren jedoch UCITS-Varianten mit sehr ähnlicher Strategie, die speziell für den europäischen Markt aufgelegt wurden und bei Brokern in der Schweiz problemlos verfügbar sind.

Auch bei JPMorgan gilt dieses Prinzip. Während JEPI das US-Original ist, stehen europäischen Anlegern entsprechende UCITS-Produkte zur Verfügung, die regulatorisch sauber strukturiert sind und in EUR oder CHF gehandelt werden können.

Für Anleger in der Schweiz bedeutet das:
Die Strategien hinter QYLD, JEPQ und JEPI sind grundsätzlich zugänglich, jedoch meist über europäische UCITS-Versionen statt über die US-Originale.

Fazit

Cashflow-ETFs sind kein Wundermittel, können aber ein sinnvoller Baustein für regelmässiges Einkommen sein. Sie eignen sich besonders für Anleger, die monatliche Ausschüttungen wünschen, etwa in einer Teil-FIRE-Phase, während eines Sabbaticals oder zur gezielten Einkommens-Ergänzung.

Für den langfristigen Vermögensaufbau sind sie weniger geeignet, da ein Teil des Kurswachstums zugunsten des laufenden Cashflows aufgegeben wird. In der Praxis kann eine Kombination aus Wachstums-ETFs und einem kleineren Cashflow-Anteil eine ausgewogene Lösung darstellen.

Disclaimer

Dies ist keine Anlageberatung.
Alle Investments sind mit Risiken verbunden.
Vergangene Renditen sind keine Garantie für zukünftige Erträge.

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